Omas und Opas – der Junge muss an die frische Luft

NEU – 23 September 2020 –
Die Einzelgeschichte aus dem Manuskript vom 01.08.2020

Über meine Großeltern könnte ich ein eigenes Buch schreiben. Für mich waren es die besten Großeltern der Welt und sie sind es bis heute, auch wenn sie schon viele, viele Jahre nicht mehr leben, geblieben.

Einzige Ausnahme war mein Stiefgroßvater väterlicherseits. Ein unfassbar geiziger Mensch, auf den selbst der sparsamste Schotte und Dagobert Duck neidisch gewesen wären. Der hat wirklich jeden Pfennig so lange gedreht, bis er ein Stück Kupferdraht in der Hand hatte, das er dann zum Binden seiner Rosenstöcke im Schrebergarten nutzen konnte, um bloß keine Kordel kaufen zu müssen.

Ein Auge hatte er im Krieg verloren, aber wie ich den kenne, hatte er es wahrscheinlich gegen 3 Tafeln amerikanischer Schokolade eingetauscht.

Der leibliche Vater meines Daddys war 1947, mit gerade mal 46 Jahren verstorben. Das Leben kann grausam und ungerecht sein. Da überlebt man einen Weltkrieg und stirbt dann an einer profanen Zahnentzündung. Mein Vater war gerade mal 8 Jahre alt, als er durch diesen Schicksalsschlag Halbwaise und der Herr im Haus wurde.

Irgendwann hat meine Oma dann den XXL Schotten kennengelernt und bis an ihr Lebensende behalten. Oma, falls Du das irgendwann mal lesen solltest. Du hast nicht viele Fehler in Deinem Leben gemacht, aber der Typ war definitiv dein Größter.

Noch ein kleines Beispiel, bevor ich ihn wieder aus meinem Gedächtnis streiche und in dieser Biografie nur noch erwähnen werde, wenn es für die Geschichte notwendig ist.

Mein Daddy und ich hatten ihm mal wieder im Garten geholfen und uns beim Brombeeren pflücken Hände, Arme und Beine zerkratzt und wollten uns gerade auf den Weg nach Hause machen, als meine Oma zu ihm sagte „gib dem Jung mal einen Groschen für Eis“. Ihr Portemonnaie war in ihrer Handtasche und die lag in der kleinen, ziemlich schmuddeligen Gartenlaube. Stief Opa griff unverzüglich in die abgewetzte Tasche seiner Gartenhose, die wahrscheinlich, durch eine glückliche Fügung des Schicksals, beide Weltkriege überstanden hatte und drückte mir, mit einem generösen Lächeln, 10 Pfennig in die Hand. Ich glaube, es war das einzige Mal, dass ich nicht Danke gesagt habe, ohne von meinem Vater dafür gerügt zu werden.

Dagegen war der Vater meiner Mutter ein Goldstück, den ich heute noch bewundere, auch wenn er seit 1986 auf einer hoffentlich wunderschönen Wolke im Himmel sitzt. Opa war Jahrgang 1908, hatte also den 1. Weltkrieg als Kind erleben müssen und wurde in den 2. Weltkrieg, wie Millionen andere Deutsche bzw. Männer und Frauen auf der ganzen Welt, hineingezogen, deutlicher gesagt, gezwungen. Freiwillig wäre wohl kaum jemand dieser Menschen in diesen sinnlosen Krieg gezogen.

Ab und zu und immer äußerst ungern, meistens dann, wenn ich ihm in meiner kindlichen Naivität mal wieder eine Frage gestellt hatte, erzählte mir mein Opa von diesem Krieg. Er hatte einen Unterschenkel verloren, als ihm und einem Kameraden befohlen wurde, ein vermintes Haus zu inspizieren. Sein Kamerad trat auf eine Mine und verlor sein Leben, mein Opa wurde schwerstverletzt und wäre, wenn es nach seinem Vorgesetzten gegangen wäre, zum Sterben zurückgelassen. Nur 3 Meter trennten meinen Opa von den im sicheren Abstand stehenden Kameraden, aber niemand traute sich ihn aus der Gefahrenzone zu ziehen. Er selbst schlug dann vor, ihm einen Mantel zuzuwerfen, mit dem sie ihn dann glücklicherweise auch herausziehen konnten. Den Rest des Krieges wurde mein Opa dann von einem Lazarett ins Nächste geschoben und in jedem dieser Lazarette wurde ihm ein Stück mehr von seinem Bein amputiert. Erst der Fuß, dann die Wade und schließlich der Rest seines Unterschenkels.

In einer anderen Situation, gab er einem russischen Kriegsgefangenen ein kleines Stück Brot, ohne zu wissen, dass auf diese einfache, menschliche Geste die Todesstrafe stand. Warum er aus dieser Situation unbeschadet herausgekommen ist, hat er mir nie erzählt.

Trotz dieser schrecklichen Erlebnisse und der Tatsache, dass Prothesen zu seiner Zeit noch schwer und kaum beweglich, sich dadurch sein Beinstumpf ständig entzündete, habe ich meine Opa nie jammern gehört. Vielleicht hat er es meiner Schwester und mir zuliebe getan, das weiß ich natürlich weiß, vielleicht habe ich aber auch von ihm gelernt mich zu verstellen, wenn es mir schlecht geht.

Doch wie es da drinnen aussieht, geht niemand was an !!

Seine Frau, meine Oma, Jahrgang 1912, war bei Kriegsanfang zu Hause geblieben und hat sich um ihre zwei Kinder, meine Ma und meine Tante gekümmert. Es wurde ein jahrelanger, täglicher Überlebenskampf, in dem man versuchte zumindest ein Minimum an Normalität zu wahren. Meine Ma und meine Tante besuchten die Grundschule und spielten danach in den Trümmern, die nach einem der zahlreichen Bombenangriffe der Alliierten übriggeblieben waren. Meine Oma ging einkaufen, machte den Haushalt und versorgte so gut es ging ihre Kinder. Heulten die Sirenen, flüchteten alle in den Schutzbunker, in dem sie mit Nachbarn, Freunden und wildfremden Menschen beteten, dass die massiven Steinbauten Stand hielten.

Der schlimmste Angriff auf Köln fand in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 statt.

Der erste Luftangriff der Royal Air Force (RAF) mit über 1000 Bombern bekam den Namen Operation Millennium und hatte Köln zum Ziel. Der Chef des RAF Bomber Command und Planer der Operation Luftmarschall Arthur Harris hatte ursprünglich Hamburg als Ziel ausgewählt, was aber wegen der Wetterbedingungen am Angriffstag nicht möglich war. Der Angriff wurde im Rahmen der britischen Area-Bombing-Directive-Offensive durchgeführt. Hierfür wurden verschiedene Aspekte angeführt:

Man erwartete, dass eine großflächige Verwüstung der Großstädte das Deutsche Reich schwächen oder zumindest die Moral in der Bevölkerung brechen werde.

Die Angriffe waren nützliche Propaganda für die Alliierten und besonders für Harris’ Konzept des strategischen Flächenbombardements, mit dem Schwerpunkt auf Brandbomben. Mein Dad hat heute noch eine großflächige „Erinnerung“ auf seinem Bein von diesen Brandbomben.

Warum der Kölner Dom bei diesen Angriffen weitestgehend verschont wurde, steht nicht zweifelsfrei fest. Manche sagen, dass unser Wahrzeichen aus Respekt nicht bombardiert wurde, andere Stimmen sprechen von einem Orientierungspunkt, den sich die Alliierten bewahren wollte, weil der in unmittelbarer Nähe liegende Hauptbahnhof das eigentliche strategische Ziel war.

Ansonsten war Köln fast vollständig zerstört und meine Oma wurde mit ihren Kindern nach Bautzen in Ostsachsen deportiert. Dort lebten sie einige Zeit, unter erbärmlichsten Bedingungen, auf einem Bauernhof.

Einen Kommentar, wie im Vergleich die Millionen Schutzsuchenden, die heute nach Deutschland kommen, betreut und versorgt werden, erspare ich mir an dieser Stelle. Nur so viel. Wir sprechen heute nur von „unseren“ Verfehlungen im 2. Weltkrieg, dem Holocaust und den ca. 6 Millionen Juden, die durch den Befehl und die Ideologie eines einzigen wahnsinnigen, barbarischen und komplett durchgeknallten Bastards, ums Leben gekommen waren, aber niemand spricht von den ebenfalls ca. 6 Millionen Deutschen die während des Krieges und danach, in russischer Gefangenschaft, getötet wurden.

Nur einer wahrlich logistischen Meisterleistung ist es zu verdanken, dass mein Opa bei seiner Entlassung aus dem Lazarett erfuhr, wo sich seine Familie befand und sich sofort auf den Weg nach Bautzen machte.

Der Krieg war zu Ende, Deutschland lag in Trümmern und die Bevölkerung wusste nicht, wie es jetzt weitergehen wird, geschweige denn, ob sie den nächsten Tag überleben würde.

Mit einem kleinen Handkarren machten sich Opa, Oma, meine Ma und meine Tante auf Schusters Rappen auf den Weg ins über 600 km entfernte Köln. In Bautzen zu bleiben und dort eine neue Existenz aufzubauen, war nie eine Option.

Ohne diesen eisernen Willen wäre ich heute ein „Ossi“, was nicht despektierlich gemeint ist und hätte fast 30 Jahre lang einen Vorgeschmack auf das bekommen, was dieses Land seit dem Fall der Mauer, am 9. November 1989, mitmachen muss.

DANKE, lieber Opa und liebe Oma, dass mir das durch euren Einsatz erspart geblieben ist.

Das ist auch selbst heute, über 75 Jahre danach, noch der Grund, warum meiner Ma und mir beim Willi Ostermann Lied „Heimweh noh Kölle“, immer noch die Tränen in die Augen schießen.

Wenn ich su an ming Heimat denke
Un sin d’r Dom su vür mer stonn,
Mööch ich direk op Heim an schwenke,
Ich mööch zo Foß noh Kölle jon.

Eine Übersetzung kann ich mir an dieser Stelle wohl sparen

Zurück in Köln wurde nicht lange gejammert, oder lamentiert, sondern angepackt. Aus den Trümmern suchte man sich zusammen, was noch irgendwie zu verwenden war und zimmerte sich daraus eine Wohnung. Was nicht passte, wurde passend gemacht und auf Dinge, die nicht zu beschaffen waren, musste man halt vorerst verzichten. Eine ganze Stadt beseitigte die durch den Krieg entstandenen Schäden und baute Köln Stück für Stück wieder auf. Wenn meine Großeltern, oder meine Eltern mir später von dieser Zeit erzählten, war aus ihren Worten nicht nur Verzweiflung und Trauer über diese Zeit herauszuhören, sondern immer auch ein Funken stolz, dass sich alle dieser Aufgabe gestellt und mitgeholfen hatten.

Vermisst habe ich bei ihren Erzählungen nur die vielen, vielen türkischen Arbeiter, die, wenn man den Grünen Glauben schenkt, die einzigen Trümmerfrauen, -männer, -kinder und Deutschlands nach dem Krieg waren, aber vielleicht waren die ja in anderen deutschen Großstädten aktiv, nur nicht in Köln.

Ich mag es nicht, wenn man die heutige Geschichte unseres Landes verfälscht, um die jungen Generationen so in eine völlig falsche Richtung zu manipulieren.

So lange ich zurückdenken kann, lebten meine Großeltern auf der Vorgebirgstraße in Köln Zollstock, Haus Nr. 113, 1. Etage rechts. Meine Eltern leben heute gleich gegenüber in Haus Nr. 114 und so wird sich irgendwann ihr Lebenskreis dort schließen, wo meine Ma aufgewachsen, mein Daddy um ihre Hand anhielt und sie sogar ihre Hochzeitsnacht verbringen sollten.

Als Kind habe ich bei meinem Opa auf dem Kindersitz seines Fahrrads gesessen, der gleich hinter dem Lenker angebracht war und wir fuhren in den Grüngürtel. Da gab es dann die leckeren Butterbrote mit Schlömer Leberwurst vom Strüning, die Oma uns liebevoll geschmiert und mitgegeben hatte, wir saßen zusammen unter dem hölzernen Pilz am Kahnweiher beobachteten die Vögel, die am Himmel durch den Grüngürtel flogen und sich manchmal sogar, in der Hoffnung ein paar Brotkrumen zu bekommen, ganz in unsere Nähe trauten. Ich war schon damals gut zu vögeln, was sich bis heute nicht geändert hat.

Im Herbst ließen wir einen großen Plastikdrachen steigen, den Opa mir natürlich ebenfalls geschenkt hatte.

Ab und zu durfte ich meinen Opa sogar aus dem sonntags Frühschoppen abholen, damit er pünktlich zum Essen zu Hause war.

Heilig Abend verbrachten wir jedes Jahr zuerst bei ihnen. Es gab leckere, selbst belegten Obstkuchen mit Kakao für meine Schwester und mich und Opa spielte das Christkind. Wenn er das kleine Glöckchen läutete, wussten wir, dass das Christkind weg war und wir in dem kleinen Wohnzimmer unsere Geschenke auspacken durften.

Das eine Jahr gab es für mich eine Märklin Eisenbahn, im nächsten die Rennbahn von Carrera, dann einen Tretroller mit dicken Gummireifen und sogar einem Gepäckständer, einen Holzschlitten, usw. usw..

Meine Schwester kam natürlich auch nicht zu kurz. Bei ihr war es ein Luxus Puppenwagen mit allen Schikanen, incl. Barbie Puppe(n). Selbst ich erinnere mich noch an „Schlummerle“ und sogar an eine dunkelhäutige Puppe, in gelbem Strickkleidchen und dazu passender kleiner Mütze.

Das ist übrigens auch so ein Beispiel, wie schwachsinnig die heutigen Vorgaben sind. Wenn man danach geht, hat meine Schwester eine dunkel pigmentierte Puppe mit Spielhintergrund bekommen.

Von Oma und Opa bekam sie auch ihr ihr erstes Fahrrad, ein rotes Klapprad, das sie dann stolz von der Vorgebirgstraße zu uns nach Hause auf dem Höninger Weg fuhr. Besser gesagt ließ sie sich von meinem Vater schieben. Zu Hause gab es dann die zweite Bescherung und den für Heilig Abend obligatorischen Truthahn. die Dritte dann am 1. Weihnachtstag bei der anderen Oma und ihrem Anhängsel.

Meine Wochenende Besuche bei Oma und Opa waren aber trotzdem nicht ganz uneigennützig. Es gab immer leckeres Essen, was nicht heißen soll, dass es mir bei meiner Ma nicht geschmeckt hat, aber jeder, der als Kind bei Oma zum Essen war weiß, wie ich das meine. Ich durfte Fernsehen bis zum Einschlafen, was manchmal früher geschah, als mir lieb war und hier und da gab es Geld für Süßigkeiten vom Kiosk gegenüber. Meistens wenn ich für Oma gegenüber in dem kleinen Tante Emma Laden noch ein paar Sachen einkaufte. Den Rest vom mitgegebenen Geld durfte ich für Süßigkeiten ausgeben, die fein säuberlich, in dicken großen Gläsern, neben der Einkaufstheke standen.

Schon für 50 Pfennige konnte man sich eine große Auswahl an Weingummi, Lakritz und Schokolade zusammenstellen, übrigens sehr zum Leidwesen der Kiosk Betreiberin, die mühsam die ganzen sauren Stäbchen, Weingummischuhe, Negerpfennige oder Blätter des völlig geschmacklosen, aber halt trotzdem unverzichtbaren Esspapier zählen musste. Viele Süßigkeiten kosteten gerade mal 1 Pfennig, also ungefähr einen halben Cent nach heutiger Währung. Ein Stangen-Wassereis, bei dem man nur mit sehr viel kindlicher Phantasie die Geschmacksrichtung vom einfach gefrorenen Leitungswasser unterscheiden konnte, war mit 10 Pfennig fast schon ein Luxusartikel. Dagegen war das Brausepulver von Frigo sehr viel Geschmacksintensiver und dessen Verzehr war auch immer ein ganz besonderes Ereignis. Man spuckte sich auf die Handfläche, streute, je nach Mut, ein bisschen von dem Brausepulver darauf, das sofort zu schäumen anfing und schleckte sich dann die Hand ab. Das Zitronenpulver war extrem sauer, deshalb nahm ich davon immer nur eine kleine Portion. Die ganz Harten streuten sich davon die ganze Tüte auf ihre Spucke und versuchten natürlich, um den anderen zu imponieren, keine Miene. Meine Ma wusste immer, wann ich mal wieder Brausepulver geschleckt hatte, weil meine Handinnenfläche dann sauber war und der Rest erstmal geschrubbt werden musste, bevor ich mich an den Essenstisch setzen durfte.

Die Negerpfennige, oder auch Negergeld genannt, waren kleine, runde Lakritzscheiben, auf denen man mit viel Glück und Mühe eine 1, 2, 5 oder sogar 50 entdecken konnte und kosteten, man höre und staune, ebenfalls für einen Pfennig gab. Jeder, vom Kind bis zum Greis, nannte diese herrlich leckeren Lakritz wirklich Negerpfennig, aber niemand hätte im Traum daran gedacht, damit eine ganze Menschenrasse zu diskreditieren. Heute würde man wegen Volksverhetzung angeklagt, wenn man auch nur das Wort in den Mund nehmen würde und es hieße sicher

„aus Süßholz hergestellte, tief dunkel pigmentierte Münzkopie mit Verzehrhintergrund“

Der Kunde war in dieser Zeit noch König war, selbst wenn er von der Statur her eher zu den 7 Zwergen zählte.

Es war eine herrliche Zeit für einen Panz wie mich. Mir fehlte es an nichts, aber das ist wirklich nicht der Grund, warum ich mich noch an so viele Details aus dieser Zeit erinnern kann.

Die Mutter meines Vaters, die wir die „andere“ Oma nannten, war ebenfalls eine wahnsinnig herzliche, liebevolle Frau, wenn auch resoluter, als die „eine“ Oma. Sie musste ebenfalls zwei Weltkriege überstehen, wurde 1946 Witwe und während des Krieges nach Biedenkopf an der Lahn in Hessen deportiert

Als Kind bin ich an den Wochenenden auch gerne mal zu ihr gegangen. Sie wohnte mit ihrem Halbblinden am Ende der Luxemburger Str. in Klettenberg, kurz vor dem Militärring. Wer die

Örtlichkeiten kennt, der weiß, dass es schon ein etwas weiterer Weg von Zollstock zu ihr war. Deshalb musste ich mir auch etwas einfallen lassen und traf mich mit ihr auf dem Klettenberger Wochenmarkt. Dort trug ich ihr dann die Taschen und brachte sie ihr anschließend zum Auto des Zyklopen, der Kreuzworträtsel lösend in seinem alten VW saß und auf Dackel Hündin Susi aufpasste.

Ab und zu stieg ich dann auch gleich mit ein und verbrachte den Rest des Wochenendes bei ihnen.

In der Mitte vom Markt war eine kleine Kiosk Bretterbude, der immer eine große Auswahl an Comics hatte. Ich brauchte nur in die Richtung zu blicken und schon zog Oma ihre „Jung“ wie sie mich immer nannte, zum Kiosk rüber und ich hatte die freie Auswahl, die ich manchmal wirklich schamlos ausnutzte, aber wer konnte schon „Dan Cooper“, „Umpah Pah“, „Bessy“, „Fix und Foxi“, Micky Maus und seinen Freunde widerstehen, wenn sie einem vom Hochglanz Titelbild zublinzelten. Ein besonderer Feiertag für mich war immer der Tag, an dem das neue lustige Taschenbuch von Walt Disney erschien, dass bereits damals schon mit 5 DM nicht ganz billig war. Eine Seite war bunt, die Nächste schwarz weiß, die Verlage mussten sparen, meine Oma nicht, deshalb hielt ich auch immer, strahlend vor Glück, dass neue Taschenbuch in den Händen und hütete es wie einen Schatz.

Später tauschte ich dann die Comics gegen Bravo, Popcorn, usw. was Oma natürlich akzeptierte. Sie hatte nur eine Sache, die ich nicht bekommen sollte – Zigaretten. Sollte deswegen, weil sie ihre Meinung später auch änderte und brav meine Zigaretten am Kiosk bezahlte.

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